aus, wie es doch die Art dieser hübschen Thierchen ist, und ihr Schnipp- schwänz bewegte sich nicht so rasch auf und nieder, als sonst. Endlich fand eö ein Insekt und flog damit einer großen Eiche zu. Nicht lange darauf kam eS wieder; dieselbe ängstliche Geschäftigkeit und dann derselbe Weg nach dem riesigen Baum. Der Jäger wurde neugierig und legte sich in die Nähe desselben auf die Lauer. WaS sah er da? Aus einem Astloche der alten Eiche guckte der Kopf eines ziemlich großen Vogels hervor. Die kleine Bachstelze stand vor der Oeffnung, ein Würmchen im Schnabel haltend, und der Vogel im Baum verzehrte dasselbe mit der Gier eines halb Verhungerten. Nachdem der Lauscher diese seltsame Fütterung sich zwei- oder dreimal wiederholen gesehen, kletterte er am Stamm der Eiche empor und fand, daß sich ein großer Vogel, den er nicht sogleich erkennen konnte, in der Höhlung befinde, aus der er nur den Kopf herauszustrecken vermochte. Um das arme Thier aus diesem wunderlichen Kerker zu befreien, nahm er rasch sein Jagdmesser zur Hand und erweiterte die Oeffnung, wobei die Bachstelze ängstlich schreiend an seinem Kopfe hiuflatterte. Nun erwieö es sich, daß der Vogel ein junger Kuckuk war, der wegen des engen Raumes, der ihm bisher zur Wohnung gedient hatte, nur sehr kurze Schwanz- und Flügelfedern hatte und nicht stehen konnte, da er immer gesessen hatte. In das Liest also, das die Bachstelze sich in der Höhlung der Eiche gebaut, hatte ein Kuckuk, der bekanntlich der einzige unter den Vögeln ist, der seine Jungen nicht selbst ausbrütet, sondern dies langweilige Geschäft kleinen Vögeln überläßt, ein Ei fallen lasten, und die Bachstelze hatte es in dem guten Glauben ausgebrütet, daß sie nur eigene Kinder im Neste habe. Ihre Jungen verließen dasselbe, als sie flügge geworden waren und sorgten nun für sich selbst; aber das große Pflegekind konnte nicht durch die enge Oeffnung hinaus. Was that nun die treue Stiefmutter? Sie brachte dem armen Gefangenen täglich sein Futter, obschon es immer schwieri-
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