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und ihnen zu gehorchen. Und doch kann solch' ein armes Kind das nicht immer thun. So ging es auch der kleinen Janette. Eine Mutter hatte sie nicht mehr, aber an dem Vater hatte sie mit ganzer Seele gehangen, bis das gewonnene Geld ihn erst zu einem thörichten Verschwender, dann zu einem Schweiger gemacht hatte, der mit rasender Eile sich in das Verderben stürzte und sein Kind mit sich zog in Elend und Schande.
Schon streckte Janette die Hand nach dem Bilde aus, das, wie sie recht wohl suhlte, in dieser Stube doch nicht an seinem Platze hing; Waldine stand mit freudetrunkenen Blicken dabei und war bereit, den Gegenstand so langer Sehnsucht in Enipfang zu nehmen, um ihn denen zu bringen, die so viel für sie gethan, so viel für sie entbehrt hatten. Da trat Plötzlich ein Mann von wunderlichem Aussehen in die Stube. Halb schien es, als ob er ein Matrose sei, doch erinnerte sein fremdländischer Anzug und sein tiefgebräuntes Gesicht an einen Bewohner der amerikanischen Urwälder.
„Was soll's mit dem Bilde da?" rief er mit rauher Stimme, als er sah, was eben vorging. „Ich sagte Ihnen schon einmal, Herr Wirth, daß mein Herr es kaufen will, und sie wissen doch, daß der im Bezahlen nicht knickert. Hat er Ihnen nicht den ganzen Oberstock mit all dem Krimskrams darin für baare 100 Thaler monatlich ab gemiethet, ohne auch nur einen Pfennig abzudingen? Ich denke, wir haben also auch das erste Recht auf das Bild; nicht?"
Waldine warf einen zugleich entsetzten und wiederum flehenden Blick auf den Fremden, der sich so grausam zwischen sie und ihr größtes Glück stellte. Er stutzte, ob vor dem bittenden Ausdruck in dem Gesicht des Kindes, oder vor dessen ungewöhnlichem Liebreiz. Aber nach kurzem Bedenken sagte er: „In der kleinen Mamsell da habe ich wohl meinen Widerpart? Thut mir leid, daß ich nicht freiwillig das Feld räumen kann, aber mit meinem Herrn ist in dem Falle nicht

