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Ich war noch ein wüster Mensch, aber es wurde mir schwer, Dich in fremden Händen zurück zu lassen. Deine Stiefmutter wußte mir einzureden, daß wir Dich später nachholen könnten, wenn es uns besser ginge, denn wir gingen nach dem Goldlande. — So ließ ich mein Vaterherz beschwatzen; es hat seitdem aber keine rechte Ruhe mehr gehabt. Nun hab' ich Dich wieder, meine Friedenstaube, und keine Macht der Welt soll Dich mir wieder entreißen."
„Aber Vater!" sagte Waldine erblassend, „die Pflegemutter, und Julius, und Augusten, die verlaß ich nicht. Sie haben mich aufgenommen, als ich —"
Sie schwieg; Holschauer schlug sich heftig mit der Hand vor den Kopf. „Recht so," knirschte er zwischen den Zähnen; „der schlechte Vater überließ sein Kind fremden Leuten, was Wunder, wenn eS nun um dieser fremden Leute Willen den alten Vater verläßt!"
„Nicht doch; kannst Du denn nicht auch bei uns bleiben, Vater?" fragte Waldine mit ihrem süßen Lächeln. „Wir arbeiten alle miteinander, und Frau Miller ist so gut; wenn ich sie bitte, räumt sie Dir die Kammer ein, in der sonst Julius wohnte. Du verstehst gewiß auch etwas, womit Du Dir Deinen Unterhalt erwirbst, und wenn auch nicht, Vater, so werde ich für Dich mit arbeiten, ich werde ja täglich größer!"
„Sie ist ihrer braven Mutter braves Kind!" rief Holschauer mit tiefer Bewegung, und nahm Waldinens Kopf zärtlich in seine braunen Hände. „Ja, ich bleibe bei Dir, so schwer es mir auch werden wird, mich von meinem guten Herrn zu trennen, der mich zu einem ordentlichen Menschen gemacht. Aber Du bist mein eigen Kind, meine Taube, Du sollst mir die Augen zudrücken, wenn ich sterbe und zu Deiner Mutter in den Himmel gehe. Mit leeren Händen aber komme ich nicht zu Euch; ich könnte jeden Tag eine Hand voll Silbergeld in

