liebes Gretchen sprach; sie verstand auch alles ganz gut, und da sie ihre Mama über Alles liebte, und gar zu gern gewollt hätte, daß Gott sie gesund mache, nahm sie sich recht fest vor, sie wollte ihn nie betrüben, daniit er sie gern anhöre, wenn sie kommen und um das Leben ihrer lieben Mutter bitten würde. Zuletzt lernte sie auch noch den kleinen Vers und sagte ihn bald ganz. ohne Anstoß.
Dn lieber Gott, kannst Alles thun, —
So hör' des Kindes Bitte nun;
Mein armes Mütterlein ist krank!
Mein ganzes Herz geb' ich zum Dank Schenkst Du ihr die Gesundheit wieder!
O sieh erbarmend auf mich nieder!
Zum Lohn dafür, daß sie so gut aufgemerkt hatte, erzählte Margareth dem kleinen Mädchen dann noch eine Geschichte von einem Kinde, das auch so gebetet, und dem der liebe Gott sein Mütterlein fast auf der Stelle gesund gemacht hatte. Clara wollte nun wisien, wie denn das Kind gewesen sei, daß Gott es so gar lieb gehabt habe. Margareth hatte es nun in der Hand, der sonst gutgearteten Kleinen die Eigenschaften eines guten und frommen Kindes recht eindringlich vorzuführen und that es mit eben so viel Geschick als Liebe. Clara hatte von der Stunde, die sie mit ihrer guten Margareth zugebracht hatte, mehr und bleibenderen Gewinn, als von den Lectionen, die ihr die fremdsprechenden Gouvernanten gaben, und doch war Margareth nur ein Kindermädchen!
!>t
Ein leises Stöhnen hinter der zugezogenen Bettgardine weckte ein junges Mädchen, die, auf einem Lehnsessel sitzend, gegen die Morgenstunden hin in eine Art Halbschlummer gesunken war; sogleich
j
t

