eine Diakonissin kommen lasse»; man sieht gleich auf den ersten Blick, was eine geübte Krankenpflegerin gethan hat. So vorzüglich auch Ihre Kammerfrau ist, gnädigste Fürstin, darin muß sie zurückstehen!"
„Nickt doch, lieber Doctor," antwortete die hohe Kranke lächelnd. „Meine Pflegerin ist nur ein bescheidenes Kindermädchen, die sich freiwillig der Krankenpflege unterzogen hat. Außerdem liest sie mir vor, wenn ich schlaflose Nächte habe, und ihre Stimme, ja ich möchte sagen, ihre bloße Nähe schon hat etwas Beruhigendes für mich. Spielt das nicht ein wenig in den Sonnambülismus hinüber, Doetor?"
Der Leibarzt lächelte und nahm sich vor, das seltsame Kindermädchen genau zu beobachten. Wenn das nur nicht eine schlaue Betrügerin ist, dachte er bei sich selbst; so wenig glaubte er an uneigennützige Dienstfertigkeit und au Menschen, die ihre Pflicht, ja mehr als ihre Pflicht, aus freiwilliger Liebe thun.
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Auf dem großen Platze vor der Kirche in Schonwäldchen waren eine Menge junger Bäuerinnen und viele Kinder in lebhafter Beschäftigung. Hier wurde junges Birkengrün von einem Wagen abgeladen, dort Körbe voll Lebensbaum ausgeschüttet; ein Knabe brachte weiße Osterblumen, die er im Walde geholt hatte, wo der Kuckuk schon auf allerlei Tücke gegen die kleinen Grasmücken sann, ein anderer himmelblaue Leberblümchen. Selbst an Pfingströslein fehlte es nicht, obschon die erst sehr spärlich an den Gartenhecken blüheten.
Diese fröhliche Geschäftigkeit schien sich jedoch nicht auf den Kirchplatz allein zu beschränken; denn während dort Kränze gewunden und prächtige Ehrenpforten aufgebaut wurden, gab es fast kein Haus im Dorfe, wo nicht gescheuert, gelüftet, gebacken und gebraten wurde; denn diesmal erwartete man vornehmere Gäste, als an jenem Sonnabende vor Palmarum, wo die jungen Mädchen im Gärtchen des
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