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Schullehrers Guirlanden gewunden hatten. Das Kirchlein feierte sein zweihundertjähriges Jubelfest, und viele Geistliche aus Näh' und Ferne, Beamte der Landesregierung und andere hohe Herren sollten der wichtigen Feier beiwohnen. Die kirchliche Jubelbraut glänzte freilich nicht im Goldschmuck, aber sie hatte ein neues, weißes Kleid angethan; das Altarbild, der betende Christus auf dem Oelberge, war aufgefrischt und die Orgel ausgebessert worden; mehr konnte die arme, kleine Landgemeinde zur Zier ihres Gotteshauses nicht aufbringen. Jeder hatte das Seine dazu gethan, mit Freuden, wie der liebe Gott die Geber haben will; manche hatten ihren letzten Sparpfennig, und eine alte Frau sogar einen kleinen, silbernen Kaffeelöffel gebracht, den sie in besiern Tagen im Brauch gehabt hatte.
Auch sah das Kirchlein in seinem Blumenschmuck und in dem frischen Grün recht lieblich aus. Die kleinen, runden Scheiben der Fenster glänzten, vom jahrelangen Staube befreit, hell und klar, und selbst von den verwitterten Todtenkronen, die auf weißen Kissen an den Wänden aufgestellt waren, und durch Namenszüge von Perlen die Heimgegangenen Jungfrauen und Jünglinge bezeichneten, denen sie geweiht waren, weheten frische Seidenbänder herab, oder glänzte neues Rauschgold. Auf dem Altare standen große Sträuße künstlicher Blumen, die von der Nätherin des Dorfes, jener Hannlore, die bei des Vaters Schwester in der Stadt „Putz" gelernt, es aber nicht sonderlich weit darin gebracht haben mochte, gefertigt worden waren.
Des Schulzen Adelheid, die schon verheirathet war und wirklich ein hübsches Landgut, einen Stall mit schönem Vieh, und Kisten und Kasten voll hatte, wie die Leute im Dorfe sagten, hatte eine Altardecke von Sammt geschenkt, denn sie ließ sich gern sehen mit ihrer Freigebigkeit, und konnte es ja haben. Es kam auch jetzt, wie sie damals gewünscht hatte, oft Besuch aus der Stadt zu ihr, denn ihr Mann hatte Verwandte dort, nur konnte sie Niemand in ihrem schönen

