Wvhnhause, in den Viehställen und dem großen Ziergarten herum­führen; sie hatte den Fuß gebrochen, war schlecht curirt worden, und konnte nur an der Krücke gehen. Das hatte mit einemniale all' ihre '' Zufriedenheit und ihre Freude an äußerlichem Glück gebrochen. Die

schönen Rappen, die der Vater ihr als Hochzeitsgeschenk gegeben hatte, waren bei einer Spazierfahrt mit ihr durchgegangen, hatten den Wagen an einem Baumstamme zerschmettert, und die junge Frau war fast als eine Todte in ihr stattliches Haus heimgebracht worden.

Des Gemeinde-Boten Annlicse, die in der Baumwollenfabrik Arbeit genommen hatte, die lag schon unter einem der schwarzen Grab- kreuze des Friedhofes.Sie hat sich zu Tode getanzt," sagten die alten Leute im Dorfe, aber das junge Volk meinte: damit wolle man sie nur schrecken. Die Annliese sei zu geschwind gewachsen, und der Tod wolle nun einmal eine Ursache haben, sei's nicht die, so sei's eine andere!

Brauers Kunigund war zwar in der Stadt, wohin ihre Sehn­sucht immer gestrebt hatte, aber als Pflegetochter bei einer alten Base, die sie sehr streng hielt und ihr niemals gestattete, sich auch nur auf Augenblicke vor der Thür aufzuhalten, um etwas Neues zu sehen. Sie mußte im düstern Hinterstübchen sitzen, wohin kaum ein Sonnen­strahl kam und nähen, vvm frühen Morgen bis zur späten Nacht, und bekam doch nienials ein freundliches Gesicht von der geizigen, alten Frau. Dock mußte das arme Mädchen noch froh sein, Obdach und Nahrung bei ihr zu finden, denn ihr Vater hatte die Brauerei in ^ Schönwäldchen verkaufen müssen, und war der Base viel Geld schuldig

geblieben, was Kunigund nun oft genug zu hören bekam.

Es war ein Wunder, daß die alte Frau ihr erlaubte, zum Kir­chenfest in ihr HeimathSdorf gehen zu dürfen, wohin Adelheid sie ein­geladen hatte; aber die Base wollte gern einmal ein paar Tage allein sein, weil sie einen Schuldner erwartete, der ihr eine beträchtliche

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