noch so wenig. Ich mag es nicht gern leiden, wenn man sich immer an der Krücke fremder Gedanken forthilft." Ja, Mathilde hat gut > reden, sie macht so allerliebste Verse. Indeß versuchte ich doch auf
gut Glück hin und brachte ihr dann die Frucht langer Mühe und den Grund zahlloser Seufzer zur Durchsicht. Zu meiner großen Ueber- raschung fand der Vers Gnade vor ihren Augen, worauf ich nicht wenig stolz war. Ein erster Vers ist es doch Wohl werth, daß man ihn vor dem Vergesscnwerden rettet und deshalb mag er hier eine Stelle finden.
„Was nur das Leben Gutes und was es Schönes hat,
Das möcht' ich wohl Dir wünschen auf Deinen Pilgerpfad.
Aus unserm Innenleben, o merke wohl darauf,
Geht alles wahrhaft Schöne und alles Gute auf. lind um es zu empfangen, erhalt' das Her; Dir rein,
Und um es zu genießen, mög' tief die-Seele sein,
Und um es Dir zu wahren, erhalte Dir sie still:
Rein, still und tief, so ist es, wie Gott uns haben will!"
Wir haben schon ziemlich rauhe Tage, die Blätter werden bunt und die Schwalben sind schon lange fort. Dabei fällt mir etwas recht Hübsches ein. Ich ging neulich mit Mama zu unserer Milchfrau in die Vorstadt hinaus, um eine Bestellung zu machen. Sie war nicht gleich zur Hand und ihr kleines Mädchen von sieben Jahren führte uns einstweilen in das „Stübel;" das bedeutet bei den Landleuten eine , Art Putzstube. Nun wollte da>S bei der guten Frau Müchler freilich
nicht viel sage», wenn nicht das hochaufgethürmte Gastbett und ein kleiner Tisch mit Tassen und Kannen sammt zwei wächsernen Engeln und einem seltsam gestalteten kleinen Kürbisse angedeutet hätte, daß dieser Raum nicht für den allgemeinen und alltägliche» Gebrauch bestimmt sei. Eines aber gefiel niir sehr wohl, und das war die große
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sagte: „Schreib doch aus Deiner eigenen Seele heraus, und wäre es

