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und es konnte nicht mehr allzulang so währen, dann mußten wir sie gar niit dem Rücken ansehe». Das schnitt mir doch in's Herz. Bis dahin hatt' ich gedacht: Man muß nicht nach jeder Mücke schlagen, der Gottfried wird schon zu Verstand kommen und daran denken, daß er jetzt für Frau und Kind zn sorgen hat, und blieb immer geduldig und freundlich. Die Liebe ist ja wie der Thau des Himmels, sie fällt auf Rosen und Nesseln. Nun fing ich an, es mit Bitten und Ver- niahnen zu versuchen, aber eS schlug nicht an. Gottfried ging pfeifend aus der Stube und kam nicht so bald wieder hinein. Weinte ich aber gar etioa still vor mich hin, so war's noch schlimmer; dann konnt er sich über die Maaßen erzürnen, und fragte mit einer Donnerstimme, wie er sie beim Militair gelernt hatte, ob ich schon einmal hungrig zu Bett gegangen sei, und ob die kleine Dore kein ganzes Röcklein hätte? Also mit Gutem vermocht ich nichts über ihn und mit Bösem ging's noch viel schlimmer; was nun thun? Wir hatten ein ganzes Vierteljahr keine Steuern bezahlen können, und nun kam eines Morgens der Exekutor und holte mir die beste Kuh aus dem Stall. Beten hat Jeder vonnöthen und lernt's in Nöthen — ich ging in die Kammer und lag weinend auf meinen Knieen, daß mir doch der liebe Gott den Weg zeigen möchte zu meines Mannes Herz und Gewissen. Böse und lieblos war er ja gar nicht, nur schlenderte er gar zu gern müßig herum und war kein rechter Freund von der Arbeit. Es war früh Morgens, als ich so betend und jammernd auf nieinen Knieen lag — der Gottfried saß draußen vor der Thür auf der Bank und streckte sich im warmen Sonnenschein. „Das Weib fragt, der Mann sagt" dacht' ich, ging hinaus zu ihm, legte die Hand auf seine Schulter und fragte: „Wie soll's mit uns werden, Fried? Denkst auch an unser Kind da drin? Es wird einmal kein Dach über dem Kopfe haben, wenn's so fort geht. Ich hab' nun eine Kuh weniger, kann also nicht mehr alle Ausgaben bestreiten. Willst nicht den Michel abbestellen

