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Später aber dachte ich mitleidsvoll an mich selber. Ich armes junges Blut sollte aus dem lustigen Jugend- kreise scheiden und in Einsamkeit zu einem Landpfarrer! — Ich seufzte und weinte, bis ich erschöpft und von Müdigkeit überwältigt einschlief. Der Aufsicht führende Lehrer- sand niich am nächsten Morgen angekleidet und schlafend vor meinem Bette am Boden liegend. Er mußte mich rütteln, bevor ich zur Besinnung kam: als ich die Augen aufschlug, sah ich in sein erstauntes Gesicht. „Was fehlt Dir denn eigentlich?" fragte er, mich emporrichtend.
So schnell ging das nicht, denn ich war völlig steif; erst nach und nach erfuhr er Alles. Mitleidig blickte er mich an und sagte nach einer Pause: „Geh' heute nicht in die Classe, ich will Dich schon entschuldigen." Das aber ließ mein Ehrgefühl nicht zu; man kann wohl einen Augenblick erliegen, aber der Muth muß doch immer wieder auf dem Platze sein.
Ich wusch mich tüchtig, so, als ob Wasser Alles wegspülen könnte, präparirte mich ernstlicher als sonst, frühstückte in Hast und war sicherlich ein aufmerksamer Schüler. Später trug ich den Brief meines Baters zu dem Herrn Director. Während er ihn las, stand ich da, wie ein dummer Junge, ganz begossen und höchst ungemüthlich. Nachdem der Director gelesen, faltete er den Brief langsam zusammen, blickte mich ernst an und sagte: „Das haben

