Sie sich selber zugezogen." Ja, dachte ich, wenn ich Alles so gut wüßte, wie das! „Sie können zur bestimmten Zeit abreisen."
Es kostete mir furchtbare Ueberwindung, aber ich dachte, innerlich ringend, an Herrn Flohr, und das half. „Darf ich hoffen," sagte ich, „daß Sie mir vergeben?"
„Bei mir ist jeder Fehler vergeben, der abgebüßt ist; ich sage Ihnen jetzt gleich Lebewohl. Sie müssen fühlen, daß Sie ohne Mäßigung nicht durch die Welt kommen, also müssen Sie auch fühlen, was Sie zu thun haben. Leben Sie wohl." —
Jetzt ging es zu dem ersten Lehrer; Herr Heß ist doch ein anderer Mann, ein so menschlicher Mensch, möchte ich sagen. Er sah mich scharf an und sagte dann halb lächelnd: „Hast Du abermals dumme Streiche gemacht, Herr Sausewind, und willst sie mir beichten?" Schweigend gab ich ihm den Brief und beobachtete sein Gesicht, während er las. Er wechselte die Farbe, dann sah er mich an mit seinen hellen, sonnigen Augen, die doch so tief sein können, streckte einen Arm nach mir hin und schloß mich an seine Brust, als ob ich ein Kind sei. An solchem Herzen ist gut ruhn! — Wir sprachen nicht viel. Herr Heß sagte nur: „Sei gehorsam mit Freundlichkeit; indem Du gehst, erfüllst Du den Willen Deines Vaters; gehst Du freudig, den Willen Gottes." —
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