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Marie an Wilhelm.

Lieber guter Bruder! Du weißt das wohl von Otto, denn sonst würde ich es Dir erzählen, aber Du weißt es gewiß. O, Wilhelm, wie habe ich geweint! Mama und ich waren gegenwärtig, als Papa Otto's Brief bekam und die Briese der Lehrer. So aufgebracht habe ich Papa noch niemals gesehen; ich zitterte und bebte. Papa las die Briefe vor; Mama hatte ihre Arbeit sinken lassen und saß da mit gesenkten Augen, aber eine Thräne nach der andern fiel auf ihr Kleid hinab. Ich schluchzte laut; da sah Papa sich nach mir um und da weinte ich still, aber so, Wilhelm, aber so wie damals, als Ihr fort reistet, weißt Du?

Papa beachtete zum Anfang Mama's Thränen nicht; als er sie gewahrt, setze er sich zu ihr und sprach sehr ruhig. Papa sagte:Ich selber habe in Otto's Alter dumme Streiche gemacht und die Erinnerung daran nicht verloren, aber Otto ist zu weit gegangen. Wer es wagt, seinem Lehrer eine Katzenmusik zu bringen und die Fenster einzu­werfen, der hat den Weg der Ehrenhaftigkeit und des Ge­setzes verlassen; auf solchen Bahnen will ich meinen Sohn nicht sehen. Er soll büßen, aber auf eine Weise, die ihm zum Heil gereichen wird.

Papa verließ darauf das Zimmer. Als er an mir vorüberging, sagte er lächelnd:Da die Strafe Otto zum