Heil gereichen soll, darfst Du annehmen, daß er weder ge­hangen, noch gespießt werden soll."

Ich mußte freilich lachen, aber als Papa fort war, lief ich zu Mama hin und warf mich neben ihr nieder, und da weinten wir erst recht. Böse bin ich nicht auf Otto, aber schämen soll er sich doch. Am Abend durste ich zu Pastors gehen. Ich wollte eigentlich gern darüber sprechen, wußte aber nicht recht, ob eS sich schicke. Weil ich aber immer daran dachte, war ich ganz bedrückt, und am Ende ward gefragt, was mir fehle. Da sagte ich halb furcht­sam:Wißt Ihr schon von Otto?" Der Pastor nickte, und nun kam Alles zur Sprache. Die jungen Pastoren mach­ten große Augen, und der Pastor sagte:Ja, ja dem Otto müssen die Flügel beschnitten werden, denn mit den Schwingen des Uebermuths erhebt man sich nicht zu den Wolken." Ach, Wilhelm übermüthig war Otto immer.

Die gute Pastorin hatte Pfannkuchen für mich backen lassen, die wir Drei stets so gern bei ihr aßen, weißt Du, aber das Herz war mir zu schwer, ich hatte keine Freude daran. Jetzt ist Alles abgemacht und Otto in Westwalde bei dem Geistlichen dort. Ich schriebe gern an Otto, aber will doch lieber zuvor einen Brief von ihm haben; wenn Du einmal Verkehrtes thätest, mein Willi, Dir schriebe ich gleich und sagte:O, wie leid thut es mir, daß Du