Als Schänders Abschied nahm, gab ich ihm die Hand und dankte für die wirkliche allerliebste Zeichnung. Er sah überrascht, aber erfreut aus und schied heiter, während mir doch ein wunderbares Weh durchs Herz ging. Ach, es ist Alles nicht so leicht in der Welt! Buch und Geräthe zusammenraffend, ging ich auf mein Zimmer, dankbar, daß ich eines habe und allein sein konnte. Ich wußte, daß Alles kommen würde, wie ich gewollt; das lange Jahr lag vor mir, wie in trübe Nebel verhüllt, was kann ein Jahr nicht bringen! Traurige, ängstliche Gedanken zogen durch meine Seele, aber mich aufraffend, sagte ich mir, daß es für mich nur zwei entscheidende Fragen geben könne, die, ob ich recht, ob ich unrecht gehandelt habe? Eine tief innere Stimme sagte: recht, und so ist es auch, und jetzt bin ich ruhig. Eine Hausfrau sein ist etwas Ernstes, und ich will in die- sen Beruf nicht eingehen, als ob es Zeitvertreib sei.

Nach diesen Betrachtungen ging ich zu einer Einthei- lung des Tages, von jetzt an, über. und hatte dabei natür­lich auch die Bequemlichkeit und Annehmlichkeit meiner El­tern im Auge. Nachdem ich lange nachgesonnen und die Zeit eingetheilt hatte, mußte ich plötzlich, von innerer Ein­gebung getrieben, die Hände falten und beten:O, mein Gott, mein Streben ist so sehr auf äußere Dinge gerichtet, auf Lernen und Schaffen, aber wozu wird es mir nützen, wenn ich Deinem Reiche nicht näher komme! Das lasse

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