weinen wie ein Kind, welches keine Zeugen scheut und keine Auslegung, sondern nur weint. Als ich von Horaz schied, beschloß ich fest, ihn nimmer vergessen zu wollen, nimmer durch mein ganzes Leben hin. Das ist leicht zu erfüllen; was gut und edel ist, kann aus keiner Seele getilgt werden, welche Verständniß dafür besitzt. Weshalb sollten wir nicht an einander denken? Zwischen uns war Alles so offen, rein und klar, so beglückend, als ob die Engel im Himmel ihren Frieden auf uns herabgesenkt hätten. So blieb es auch in der Scheidestunde, der Schmerz nahm den Frieden nicht.

Meine Eltern tragen mir die herzlichsten Empfehlungen auf, voll Dank und Verehrung. Mein Vater wird immer mehr Pommologe, immer eifrigerer Landwirth. Die Häuser in den Dörfern werden hergestellt oder neu aufgebaut; ein Geist der Ordnung, und ich hätte fast gesagt, der Anmuth, waltet überall. Gewiß macht es die Menschen besser, wenn man so für sie sorgt, für innere Räumlichkeit, für bessere Einrichtung im Allgemeinen. Wo die Menschen in engen Räumen auf einander geschichtet sind, wie soll da Sinn für Reinlichkeit und Ordnung entstehen. Mit inniger Freude empfinde ich es, mein Vater ist in rechter, prak- tischer Weise Wohlthäter seiner Untergebenen, er will ihr Wohl und ihre Zufriedenheit. Meine Mutter folgt die­sem Streben mit reger Theilnahme und unterstützt es in ihrer Weise, durch Sorge für Kranke und Arme, durch

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