sondern in Schulpforte; wir sahen ihn Alle ungern scheiden, der gute Pastor Woldeck mit einem Schmerz, der augenblicklich einen Schalten auf sein Leben warf. Otto hat diesem treuen Freunde viel zu danken, und dies fühlend, liebte jener ihn um so mehr. Ich glaube, sie werden einander nimmer vergessen; solche Erinnerungen sind Sterne, die oft in dunkler Nacht den rechten Pfad beleuchten. — Durch Olto's Anwesenheit ward mir die Bekanntschaft seiner Tante, der Forstmeisterin von Warring. Sie ist Alles, was Tu Dir Anmuthiges denken kannst, voll Iu- gendübermuth, voll Frohsinn, und daneben voll Gefühl und Vernunft, so recht zum lieb haben. Sie brachte einige Tage bei uns zu, und ihr erschloß sich mein Herz, was ich so gern thue, wo ich das rechte Verständniß finde, aber das geschieht nicht oft. — Wir besprachen unser ganzes Leben miteinander, unsere Kindheit und Jugend. Ich bin ernster erzogen, besonders durch die liebe Baronin, und habe nicht so übermüthig fröhlich sein dürfen, aber — „Eines schickt sich nicht für Alle." DaS ist ein wahres Wort. Alles muß zu einander passen und sich fügen, wie es eben recht ist, und reine Eingebung sein. nachahmen läßt sich das nicht.
Mit Betrübniß sah ich die liebe Susanne scheiden; sie hatte lange einsam gelebt, ich auch, und so klammerten wir uns aneinander und empfanden, was es heißt, wenn zwei junge Herzen sich verstehen und haben. — Das ist so wun-
134

