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im Innersten erschüttern, jede Kränkung sie auf lange Zeit mit Mißmuth und Kummer erfüllen. Oft kam sie zu Emilien mit weinenden Augen, fiel an ihre Brust, und klagte ihr mit Thränen ihre innern Leiden.

Mit Niemanden ging Emilie, die freundliche, lie­ber um, als mit Henriette», Niemand war ihr will­kommener als sie, Niemanden vertraute sie die Angelegen­heiten ihres Herzens mit mehr Unbcsorgtheit als ihr. Sie war von der trefflichen Denkungsart ihrer Freundin wie von ihrem eigenen Dasein überzeugt. Ein gleiches Zu­trauen hatte Henriette zu Emilien.

Nie ging Henriette ohne Trost und Erheiterung von ihrer geliebten Freundin. Sie mochte noch so trau­rig sein, so bald sie an Emiliens Herzen lag, und von ihr Worte der Tröstung vernahm, wurde ihr Ge­müth leichter; es schien, als schwände eine Centnerlast von ihrer Seele, als erhielten Welt und Leben für sie eine andere Gestalt. Sie durfte Emilien nur ansehen, so fühlte sie sich schon beruhigt und erheitert.

Einst befand sich Emilie in einer großen Gesell­schaft von Mädchen. Der Himmel überzog sich mit Wol­ken. Blitze durchkreuzten die Luft, und der Donner wurde immer stärker und stärker. Schlag folgte auf Schlag., Das Haus, in welchem die Mädchen versammelt waren, wurde erschüttert. Mit jedenr Augenblicke befürchtete man, der Blitz werde herabfahren, Alle tödten, und das Ge­bäude anzünden. Alle zitterten; mehrere liefen zum Bette, uuv steckten ihren Kopf unter die Bettdecken, um nur