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das Blitze» nicht zu sehen, und den Donner nicht zu hören; einige jammerten laut, und geberdeten sich kindisch. Nur Emilie benahm sich vernünftig. Sie verlor ihre Fassung nicht, nahm einen Stuhl, und setzte sich mitten im Zimmer nieder. Mit stiller Fassung blickte sie um sich, ermunterte die andern, nicht so ängstlich zu thun, und sah mit Engelsheiterkeit dem furchtbar erhabenen Schauspiele der Natur zu.
Wie könnte ich nur so gleichgültig bleiben! sprach eines von den Mädchen zu Emilien.
Ich bin nicht gleichgültig, sprach diese, ich nehme an der prächtigen Naturscene herzlichen Antheil.
Das nennst du prächtig? sprach eine Andere; schrecklich wolltest-du wohl sagen; sieh, wir fürchten uns Alle, du allein scheinst nichts zu fühlen!
Ich fühle mich zu Gott erhoben, der auch bei furchtbaren Naturereignissen sich als ein Gott der Liebe und Güte ankündigt, und unser Aller Vater ist, versetzte Emilie. Befindet sich ein Kind nicht wohl, wenn es sich an der Seite des Vaters weiß?
Kaum hatte Emilie ausgeredet, als der Himmel ganz erleuchtet wurde, und fast in demselben Augenblicke ein heftiger Donnerschlag erfolgte. Alle Märchen wurden betäubt, Emilie blieb gefaßt und ruhig. Bald hörte man in der Gasse einen lauten Lärm. Feuer! Feuer! ertönte es. Die Sturmglocke läutete, und die Trommeln der Garnison, welche in der Stadt lag, wirbelten.

