Feuer löschen; denn unsre Feueranstalten sind gut. Ist es nicht möglich, so stehen wir in Gottes Hand. Er stehe uns bei!
Was Emilie hoffte, tras ein. Das Feuer wurde gelöscht. Blos eine einzige Kammer in dem Hause ihres Vaters brannte aus. Doch gerade in dieser Kammer stand der Schrank, in welchem sich Emiliens Kleider mit Allem befanden, was sie besaß. Er wurde ein Raub der Flammen, und Emilie kam um all ihr Eigenthum. Als sie dieß vernahm, wurde sie auf einige Augenblicke betroffen. Henriette, die Freundin ihres Herzens, eilte herbei, und tröstete sie. Liebes Fettche», sprach
Die Mädchen liefen durcheinander und jammerten. Emilie hatte zu trösten. Was hilft euch euere Angst und Geschrei? Dadurch werdet ihr das Feuer nicht löschen, sprach sie. Aber ihre Worte blieben ohne Wirkung.
Man erkundigte sich, wo es brenne? In Herrn Woltmars Hause hat es eingeschlagen! riefeln Mann, der bei dem Hause, wo die Mädchen versammelt waren, vorbei lief.
Als Emilie diese Worte hörte, fuhr sie einen Augenblick zusammen. Denn Woltmar hieß ihr Vater. In seinem Hause brannte es. Indeß faßte sich Emilie bald wieder. Unwillkürlich hatten sich ihre Hände gefaltet. Sie blickte gen Himmel. Eine Thräne glänzte in ihrem hellen, blauen Auge. Ein still heiterer Geist verbreitete sich über ihr Angesicht. Voll tröstender Hoffnung sah sie um sich, und sagte: man wird wohl das

