Schmerz, und die Trostgründe, die ihr der Vater vor­hielt, blieben lange ohne Wirkung.

Arme aus den verschiedensten Ständen kamen herbei, umringten den Sarg, worin die Entschlummerte lag, und segneten sie durch laute Klagen und heiße Thränm. Und alle Umstehenden wurden ergriffen durch diese Kla­gen und diese Thränen. Alle fühlten es tief, daß so ein reines, wohlthätiges, gottgefälliges Leben, als Sophie von Wallstein gelebt hatte, das Schönste und Höchste sei, wonach der Mensch streben könne. Sie hatte Freu­de und Gutes um sich verbreitet, Friede und Einigkeit unter ihren Nebenmenschen zu unterhalten gesucht, Armen, die aus Mangel an Verdienst Noth litten, Arbeit ver­schafft und manche Erwerbsquellen geöffnet, Kranke er­quickt, Unruhige und Bange getröstet, und dadurch Al­ler Herzen für ewig an sich gefesselt.

Rührend war die Scene am Sarge. Mütter mit ihren Kindern umgaben ihn. Diese falteten die Hände, und sahen weinend bald nach der Verstorbenen, bald nach ihren Müttern, bald gen Himmel. Unsre größte Wohl­thäterin ist gestorben, sagten diese zu den Kleinen, und die Kinder jaminerten laut.

Herr von Wallstein beschloß, den Wunsch den seine verewigte Gattin in Hinsicht des Begräbnißplatzes oft geäußert hatte, in Erfüllung zu bringen. Unter den Linden sollte ihre Hülle ruhen. Nach einigen Tagen wur­de sie in den Schooß der Erde gesenkt. Es geschah in der stillen Stunde der Mitternacht. Tausende von Men-