in den Garten, wo die entseelte Hülle ihrer Mutter lag. Sie war dem Denkmale schon nahe, als sie an demselben eine gutgekleidete und wohlgebildete Frau mit drei Kindern erblickte. Das Kleinste, ein Mädchen von ungefähr drei Jahren, ein liebes, holdes Kind, hatte an dem einen Arm ein kleines, niedliches Körbchen, mit Blumen gefüllt. Es bemühte sich, einige derselben auf das Grab hinzustreuen. Das andere Märchen, acht Jahr alt, umzog einen Theil des Monuments mit grünen Guirlanden, und ein Knabe, etwas älter als dieses Mädchen, kroch auf dem Denkmale herum, und legte auf mehrere Stellen desselben Blumenkränze.
Julie wurde durch den Anblick dieser Scene in ein angenehmes Staunen versetzt. Sie trat an das Monument. Die Kinder ließen sich nicht stören. Wohl aber gerieth die Frau in eine kleine Verlegenheit. Julie liest sich mit ihr in ein Gespräch ein. Ach, sagte die Unbekannte, wenn Sie wüßten, wie viel ich der guten, frommen Seele zu danken habe, die hier schlummert! —
Bei diesen Worten traten der gerührten Frau die Thränen in die Augen. Sie erfuhr, daß Julie die Tochter der Verstorbenen sei. Glücklich, glücklich sind Sie, rief die Unbekannte aus, daß Sie eine so edle, treffliche Mutter gehabt haben!
Julie bat die Frau, sie möchte ihr erklären, wie sie an ihrer verstorbenen Mutter so großen Antheil nehmen könne.

