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Güte und den freundlichen Dank der lieben, sanften Dulderin belohnt. —-
Ich kenne Weiber, die im Grunde so gesund, und vielleicht gesünder, wie meine Charlotte, dennoch immer kränkeln und klagen, und dadurch sich und ihren Männern das Leben verbittern. Die Rüthin <S** com- mandirt augenblicklich eine Krankheit her, so oft es ihrem Manne einfällt, ihr etwas abzuschlagen, oder sonst etwas zu thun, was dem armen Weibe mißfällt. — Meine Charlotte weiß kleinere Schmerzen ohne Klagen zu besiegen, so wie größere mit Geduld zu ertragen.
Und dennoch ist fle das theilnehmendste Weib bei fremden Leiden, und die zärtlichste Trösterin und Pflegerin ihrer Lieben in Krankheiten.
Zwar muß ich gestehen, daß eben diese Zärtlichkeit sie zuweilen zu unzeitiger Nachsicht und Schonung gegen ihre Kinder verleitet; aber sie kämpft auch redlich, diese Fehler zu vermeiden. Zum Glück bedarf es der Strenge bei ihren Kindern nur selten. Dem Säuglinge flößte sie schon ihre Sanftmuth ein, lächelte sie schon ihre Freundlichkeit in's Herz. —
Ich rechne es meiner Charlotte sehr zum Verdienste an, daß sie im ganzen Hause auf Reinlichkeit und Ordnung hält — ohne ängstliche Uebertreibung. Es giebt Häuser, in welchen nichts seinen angewiesenen Ort hat, wo man täglich mit Mühe und Zeitverlust daS Verlegte oder Verworfene herbei suchen

