R osette, die eine liebenswürdige Herzensgute besaß, trocknete sich heimlich die Thränen von den Wangen. Auch ich bin gern unter euch, sagte sie mit rührender Sanstmuth, hängte sich in den Arm ibrer vertrauten Freundinnen Caroline und Therese, und begab sich mit ihnen in das Zimmer.
Unterdeß hatte Nanette die erhaltenen Geschenke sorgfältig in ihren kleinen Schrank gepackt. Sie setzte sich neben demselben hin, und betrachtete sie mit lächelnder Miene und mit den Worten: Heute bin ich um vieles reicher geworden! Das Herz lachte ihr im Leibe, hätte man von ihr sagen können, so groß war ihre Freude über diese Vermehrung ihres Eigenthums.
Die Freundinnen traten mit Rosetten ins Zimmer. Nanette stand auf, und ging ihnen entgegen. Wollen wir nicht ein gemeinschaftliches Spiel machen? fragte sie, und führte die Gesellschaft der Mädchen in
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weinte. Liebes Röschen, sprach Caroline zu ihr, warum fliehest du unsre Gesellschaft? Weißt du nicht, wie sehr wir alle dich lieben! Fehlst du uns, so können wir nicht froh sein. O so komme also wieder ins Zimmer, damit wir froh sein können!
das anstoßende größere Zimmer, wo gespielt werden sollte. Alle waren vergnügt; Nosette vergaß das Vorgefallene, und stimmte ihr Herz zur Heiterkeit; am lustigsten war Nanette; denn so oft sie im Stillen daran dachte, daß ihr Schränkchen heute mehr enthalte als gestern, wurde» ihre Gefühle lebhaft und ihre Freude ungemein erhöht.

