Erschreckt nicht darüber, sprach Wölmer in ermun­terndem Tone. Nanette, komm herein!

Nanettx trat betroffen ins Zimmer. Warum hast du, sprach der Vater zu ihr, diese armen Leute fortgetrie­ben? Du weißt, wie ungern ich dieses sehe.

Ich glaubte, sie wollten etwas von mir haben, ant­wortete Nanette.

So? versetzte -Herr Wölmer, ich verstehe dich, du kannst wieder gehen.

Schüchtern und beschämt verließ Nanette das Zimmer. Der Vater machte ihr noch diesen Tag be­schämende Vorwürfe über ihr untheilnehmendes, geiziges Wesen.

Als Nanette zwanzig Jahre alt war, starben ihre Aeltern. Sie erbte ein beträchtliches Vermögen. Ein jun­ger, braver Mann, der aber nicht reich war, warb um ihre Hand, und erhielt sie zur Frau. Er hoffte, Nanette werde ihn, da sie Vermögen hatte, bei seinen häuslichen Einrichtungen unterstützen. Wie sehr irrte er sich! Sie hatte alle ihre Capitalien auf Zinsen ausgelegt, und brachte dem Manne nur eine kleine Summe zu, für die sie sich, wie es die Sitte mit sich brachte, ein Zimmer möbliren wollte. Doch das mitgebrachte Geld reichte kaum hin, einige wenige Möbel anzuschaffen. Die üb­rigen mußte ihr Mann aus seinem Beutel bezahlen, und da er kein Geld vorräthig hatte, so sah er sich genö­thigt, Schulden zu machen. Nanettens Geiz ging so weit, daß fie sich als Braut nicht einmal die nöthigen