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nagte um so heftiger an ihrem Herzen, je mehr es die ^ Klugheit erforderte, denselben zu verbergen. So sehr Caroline Gesellschaften, Spazierfahrten, Bälle und an­dere Lustbarkeiten liebte, eben so sehr war dieß Alles Henrietten verhaßt. Sie hatte dabei nur immer den Verdruß, ihre Schwester ausgezeichnet, sich hintangesetzt zu sehen.

Eine Zeitlang beneidete Henriette ihre Schwester, und gab feindseligen Gefühlen gegen sie Raum. Dieß verbitterte ihr das Leben noch mehr; sie war mit der Welt, mit Gott und sich selbst unzufrieden. Oft standen ihr Thränen in den Augen, und sie sagte zu sich selbst: Was hab' ich verschuldet, daß man mich weniger liebt als meine Schwester? Sind wir nicht von einerlei Acl- tern geboren? Weiß ich nicht eben so viel, vielleicht noch mehr als sie? Meine ich es mit Andern nicht eben so gut, vielleicht noch besser als Caroline? lind doch thut nur ihr Alles schön, mich bemerkt man kaum!

So lange Henriette so dachte, war sie unglück­lich. Sie fand an nichts Vergnügen; Alles ekelte sie an; Alles betrachtete sie mit Verdruß und Verachtung. Endlich erwachten ihre besseren Gefühle. An einem hei­tern Tage ging sie allein spazieren. Alles um sie war heiter und reizend. Der reine, blaue Himmel klärte auch ihr Inneres auf. Hügel und Fluren waren mit Blu­men und üppigen Gräsern geschmückt, auf den Bäumen und in der Luft zwitscherten Löget Alles athmete Leben, Liebe und Freude.