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Antoinette! sprach Lafford, ich kenne die Schwäche des menschlichen Herzens; ich weiß, wie leicht die besten, heiligsten Vorsätze vergessen, die edelsten Ge­fühle unterdrückt, die frömmsten Gemüther verdorben wer­den, besonders in einer großen Stadt! Ach, große Städte sind für charakterfeste Männer angenehme und nützliche Aufenthaltsorte, aber für schwache, wankel- müthige Seelen, besonders für das weibliche Geschlecht, gefahrvolle Labyrinthe voll lockender Jrrgänge! O meine Tochter! verirre dich in denselben nicht! Bewahre deine einfachen, reinen Sitten, und fliehe Alles, wovor dich Herz und Verstand auch nur leise warnen.

Mein Vater! sprach Antoinette gerührt, wie dank' ich euch für diese väterlichen Lehren! Jeden Tag werde ich daran denken, was ihr in dieser Stunde zu mir geredet habt.

Liebe Tochter! fuhr Lafford in einem ans Herz dringenden Tone fort, laß dir in dieser Stunde noch Eine Aufforderung des Vaters empfohlen sein: Wenn du einen Tag beginnst oder beschließest, o, so unterlasse nie, an Den zu denken, der Alles regiert! Trage ihm täglich die Bitte vor: daß der Gedanke an ihn dich gegen jede Ver- irrung schützen, und dein Gewissen unbefleckt erhalten möge. Dies Mittel, sich im Guten zu stärken, ist ein­fach, aber bewährt!

Das hab' ich ja, lieber Vater! bis jetzt immer gethan! sprach Antoinette. Ich werde es auch in Zukunft thun.