Die Stunde ihres Todes nahte sich. Einen Tag vorher besuchte sie ein Geistlicher, und sprach ihr Trost

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Bebend hörte sie das Todesurtheil an; kaum hatte Ne Kraft genug, sich aufrecht zu erhalten; mit Thränen im Auge blickte sie gen Himmel; schluchzend betheuerte sie noch einmal ihre Unschuld. Die Richter blieben uner­bittlich; das Urtheil war gesprochen; der König unter­zeichnete es. In drei Tagen sollte es vollzogen werden.

Ganz Paris, besonders das weibliche Geschlecht, hatte an Ant einet tens Prozeß den größten Antheil genommen, und das über sie gefällte Todesurtheil machte auf Jedermann tiefen Eindruck.

Noch ehe das Endurtheil über Antoinetten ge­fällt wurde, erfuhr Lafford, ihr Vater, zufälligerweise Einiges von der Lage seiner Tochter. Sein Innerstes wurde erschüttert; doch verbarg er seinen Schmerz der redlichen Gattin, und reiste, unter einem erdichteten Ver­wände, nach Paris, um, wenn möglich, die Ehre und das Leben Ant einet tens zu retten. Allein noch ehe er Paris erreichte, wurde die Tochter zum Tode verurtheilt, und Lafford erfuhr dieß, als er noch fast zwei Tagerei­sen von der Hauptstadt des Reichs entfernt war.

Antoinette befand sich in einem herzzerreiffenden Zustande. Auf dem Schaffotte, in dem Angesicht einer Menge von Zuschauern, entfernt von den geliebten Acl- tern, sollte sie einen schmähligen Tod sterben, und mit ihrem Leben auch ihre Ehre verlieren. Dieser Gedanke erschütterte sie, so oft er sich ihrer Seele bemächtigte.