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eine Stunde hätte sprechen können! Lebt wohl, liebe Aeltern! habt Dank für die mir bewiesene Liebe und Treue. In den letzen Augenblicken wird nichts mir vor­schweben als Euer Bild, Ihr meine geliebten Aeltern! Lebt wohl, auf ewig wohl! Werdet mir nicht gram, und erinnert Euch mit Liebe bisweilen an Eure dankbare, unglückliche Tochter

Antoinette."

Der Tag der Hinrichtung war da. Antoinette hatte in der letzten Nacht kein Auge geschlossen. Gräß­liche Todesbilder gaukelten vor ihrer Seele. Alle Trost­gründe, die ihr Vernunft und Religion darboten, hatten nicht Kraft genug, sie in diesen letzten Lebensstunden zu beruhigen. Der Morgen graute. Jetzt erst schlummerte sie, ermattet durch Angst und Schmerzen, ein. Nach vier Stunden sollte sie in den ewigen Schlaf sinken.

Groß war Antoinettens ängstliche Unruhe, aber noch größer die Angst der Wäscherin, welche den dia- mantnen Schmuck vorenthalten und verläugnet hatte. Von der Stunde an, daß das unschuldige Mädchen vor das Gericht gefordert wurde, war ihr innerer Friede da­hin. Nur Schreckbilder schwebten ihr vor. Nirgends fand sie Ruhe, überall verfolgte sie die Gestalt der un­schuldig Leidenden; denn ihr Gewissen war erwacht. Als sie vollends vernahm, Antoinette werde wohl zum Tode verurtheilt werden, wurde sie von der größten Angst gepeinigt. Oft stand sie ganz vertieft da, schien in ernst-