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erhielt fie mit aller Sorgfalt bei einer bescheidenen Mei­nung von sich.

Marie ging zwar rein und hübsch gefleibet, aber nie wurde in diesem Stücke zu viel auf sie verwendet.

Mit Eifer hielten fie ihre Aeltern zu häuslichen Geschäf- » ten und allen weiblichen Arbeiten an. Sie mußte ihre Hemden selbst nähen, ihre Strümpfe selbst stricken, und in der Küche ihrer Mutter, einer trefflichen Hausfrau, täglich beistehen. An Mäßigkeit und Genügsamkeit wurde fie vorzüglich gewöhnt. So lebte Marie, und befand sich wohl dabei. Ihre Arbeiten gewährten ihr großes Vergnügen; hatte sie sie geendigt, so that ihr die Erho­lung auf einem Spaziergange, oder bei einem nützlichen Buche, oft auch in der Gesellschaft einiger redlichen Freun­dinnen ungemein wohl.

Herr Klarenreich mußte zwar bisweilen die Be­merkung vernehmen, daß er Marien etwas zu streng behandle; aber er lächelte dann immer, und sprach: Ich thue dieß, weil ich meine Tochter herzlich liebe. Fraget sie nur, ob es ihr nicht recht wohl geht, und sie wird euch gewiß eine bejahende Antwort geben. Ich lasse sie jetzt deßhalb etwas weniger genießen, damit, wenn sie einst wenig besitzen sollte, sie nicht viel entbehre; ist sie V

einst wohlhabend, so wird ihr dann eine größere Bequem­lichkeit desto angenehmer sein. Das Beste ist, man lernt in der Jugend entbehren, damit man im Alter mit mehr Freude das Gute des Lebens genieße. ES ist angeneh-