chen in herzlicher Vertraulichkeit mit einander, bis der Ruf zum Mittagessen ein Ende machte.

Bei Tische ging eS heiter zu, und als zum Nachtisch herrliches Obst erschien, fiel es mir auf, daß einzelne Sor­ten:Baronin-Kirschen" u. s. w. genannt wurden. Lor- chen erklärte mir, die Bäume, welche diese Früchte trügen, seien ein Geschenk der alten Dame, deren Bild mir in ihrem Zimmer so auffallend gewesen wäre. Dies Bild stellt eine alte Frau mit ernsten, strengen, aber nicht zurück­stoßenden Zügen dar, in einer Kleidung, welche an die Amtstracht der Prediger erinnert, und dazu rund verschnit­tenes Haar und eine kleine, eng anschließende Haube. Ohne die Haube könnte es eben so gut das Bild eines Mannes sein.

Nachdem der Pfarrer und Otto fort waren, setzten Lerchen und ich uns unter schöne Bäume in der Nähe des Hauses. Nicht« giebt mehr Vertrauen als gleiche An­schauung über ernste Dinge; daß wir diese haben, wußten wir bereits, und diese Gewißheit führte uns zusammen, als

ob wir einander lange gekannt hätten. Lorchen theilte mir die ganze Geschichte ihrer Jugend mit; nachsinnend hörte ich ihr zu; es war mir, als habe ich Aehnliches erlebt, aber ganz bewußt nicht, mehr wie träumend. Ein leichter Nebel liegt über der Vergangenheit, ich wende mich davon ab und

der Gegenwart zu, die so viel Glück für mich umfaßt, mehr,

«*