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diesem Bassin befand sich eine Gruppe hoher, breitblätt- riger Linden. Ein stilles, heiliges Dunkel beschattete die­sen Platz. Sophie von Wall st ein wählte ihn oft zum Orte ihres stillen Nachdenkens. Hier erhob sich ihr Geist öfters über das Irdische zum Himmlischen und Göttlichen, hier ging sie nicht selten tief in ihr Inneres zu­rück, dachte an ihre Bestimmung, an ihre Schwäche, an das, was ihr in geistiger und sittlicher Hinsicht noch man­gelte, an Gott und Unsterblichkeit; hier faßte sie edle Vorsätze, stärkte sich im Guten, und tröstete sich, als eine edle, fromme Christin, bei manchen Widerwärtigkeiten und Leiden des Lebens.

Diesen Platz besuchte Sophie in ihrem kränkli­chen Zustande auch mit Julien. Das mütterliche Herz ergoß sich hier oft auf die rührendste Weise gegen die ge­liebte Tochter. Julie lag dann gewöhnlich an der Mut­ter Brust, und weinte Thränen der Dankbarkeit und ban­ger Besorgniß.

An einem milden Sommermorgen überfiel Sophien an diesem Platze eine tiefe Ahnvung ihres nahen Todes. Sie drückte die Tochter an ihr Herz. Julie' sagte sie, bald bin ich nicht mehr bei dir. O meine geliebte, mei­ne einzige Tochter! laß mich mit der süßen Hoffnung von dieser Erde scheiden, daß du immer gut und edel bleiben werdest.

Julie weinte. Mutter, liebe theure Mutter! schluchzte sie, du stirbst noch nicht, du bleibst noch bei