ladung einiger Mädchen zu einem gesellschaftlichen Vergnügen annahm.
Julie fand in dem Kreise dieser Mädchen viel Frohsinn, der ihr Anfangs widerstand, da ihr Herz noch immer zum Ernste gestimmt war; doch allmählig heiterte sich ihr Gemüth auf;, sie nahm Theil an den Scherzen der Gesellschaft, und vermehrte sie durch die ihrigen.
Man lud Julien für den kommenden Sonntag wieder ein, an den Unterhaltungen dieses jugendlichen Kreises Theil zu nehmen. Der Vater, der sie aufzuheitern wünschte, gab ihr die Erlaubniß, hinzugehen. Dieß- mal war Julie schon aufgeweckter als das erstemal. Sie gab sogar einige muntre Spiele an, durch welche die Gesellschaft angenehm unterhalten wurde, und stimmte von Herzen in ein Lied an die Freude mit ein.
Jeden Sonntag begab sich Julie in diese Gesellschaft. Leider befanden sich in derselben mehrere leichsin- nige Mädchen, die keine gute Erziehung genossen hatten, und die, da es ihnen nicht an Geist und Witz fehlte, den andern leicht gefährlich werden konnten. Sie führten bisweilen thörichte, freie Reden; erzählten Geschichten, die in mancher Hinsicht anstößig waren; erlaubten sich Anspielungen und Scherze, die mit den Gesetzen des Wohlstandes und weiblicher Sittsamkeit nicht übereinstimmten, und verriethen durch ihr ganzes Betragen sehr deutlich, daß sie weder ein feineres weibliches Gefühl, noch ein gutes Herz besaßen.

