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Das erste Jahr ihrer Ehe ging noch so ziemlich froh hin. Der junge Ehemann bemerkte den Fehler seiner jungen Frau, aber — als junger Ehemann. Ihre Vorzüge waren ihm weit überwiegend, und mit der Kleinigkeit, dachte er, würde sich's schon geben. Es gab sich » nicht. Julchcn ward Mutter von einem Kinde, und nun wurde das Uebel ärger. Ihr Mann machte ihr sanfte Vorstellungen; ste versprach, was sie nicht hielt.
Als sie vollends Mutter von zwei Kindern war, glaubte Julchen für ihren kleinen Fehler, wenn es ja ein Fehler wäre, hinlängliche Entschuldigung zu haben. Wer kann, sagte sie, bei zwei kleinen Kindern immer geputzt gehen? „Aber, liebes Weib — versetzte der Mann — das fordre ich ja nicht; nur Reinlichkeit!"
„Ei nun, so abscheulich schmutzig gehe ich doch auch nicht!"
Der Mann ärgerte sich; die Frau schmollte. „Du liebst mich nicht mehr; sonst würdest du mir eine so gerechte Bitte nicht abschlagen, und es kann dir an meiner Liebe nichts gelegen sein; sonst würdest du dich nicht so sehr vernachläßigen. Du Putzest dich, wenn du in Gesellschaften gehen willst, für andere; für deinen Mann ist dir alles gut genug!" So machte er ihr täglich Vor- « würfe, und ich glaube nicht mit Unrecht.
„Du liebst mich nicht mehr; sonst würdest du aus solchen Bagatellen nicht so viel Aufhebens machen!" entgegnete seine Frau. Er warf ihr Unbiegsamkeit, Eigensinn, Trotz vor; sie ihm Despotismus. Ihre gemein-

