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hätte. Ihre Eitelkeit, die ohnedieß groß war, bekam dadurch viel Nahrung, und wuchs mit jedem Tage.
Unglücklicher Weise verlor Ernestine in ihrem achtzehnten Jahre Vater und Mutter. Dieser Verlust beugte sie sehr danieder, und veranlaßte sie zu einem ernsten Nachdenken über sich. Sie kam zu einer ältlichen Tante, die eine würdige Frau war, und bei ihr Mutterstelle vertreten wollte.
Ernestin en ging es bei der Tante wohl, und in wenigen Wochen waren Vater und Mutter vergessen. Jetzt änderte sich auch auf einmal Ernestinens Betragen. Sie fing von neuem an, leichtsinnig zu werden, auf den Rath verständiger Menschen nicht zu achten, und nur auf Befriedigung der Wünsche ihrer Eitelkeit hinzuarbeiten.
Die Tante bemerkte dieß, und machte ihr darüber auf die sanfteste Weise Vorstellungen. Mit sichtbarer Gleichgültigkeit hörte Ernestine dieselben an, und setzte sich mit unverzeihlichem Leichtsinne darüber hinweg. Die Tante, die so etwas nicht erwartet hatte, wurde betroffen, und sprach im Tone gerechten Unwillens:. Ernestine, ich habe dich für ein gutes Mädchen gehalten, jetzt aber sehe ich, daß ich mich in dir sehr geirrt habe. Du bist nicht nur leichtsinnig und eitel, du bist auch gefühllos gegen die guten Rathschläge, welche dir -Andere, aus Liebe zu dir, ertheilen.
Ernestine verließ unwillig das Zimmer der Tante, und schmollte. Von nun an wollte es ihr bei der Tante nicht mehr gefallen. Sie wünschte sich weg, und bat

