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Henriette benahm sich gegen ihre Schwester mit schwesterlicher Liebe, und suchte ihr den Aufenthalt in ihrem Hause so angenehm zu machen als möglich. Ca- roline fühlte dieß tief, und schämte sich ihres vorigen Betragens gegen die Schwester. An Holmer schrieb Henriette oft, und suchte ihn von dem Gedanken an Ehescheidung abzubringen. Seine Briefe waren verbind­lich und voll Achtung gegen die Schwester seiner Frau, von der er, wie er sich ausdrückte, den Himmel erwartet und dafür nur Verdruß und Kummer erfahren hätte. Sie scheint es darauf angelegt zu haben schrieb er meine Vermögensumstände zu zerrütten, mich zum Schuld­ner und am Ende zum Bettler und Betrüger zu machen. Erheitern sollte sie meine Tage, und sie verbitterte sie; erleichtern sollte sie mir die Lasten des Lebens, und sie schwärmte außer dem Hause umher, und vergaß ihren Gatten; sie sollte meine Gefährtin, meine Freundin und Trösterin sein, und nahm sich selten Zeit, ihrem Manne zu leben; Andere zogen sie weit mehr an. An den Schmeicheleien geschwätziger Heuchler war ihr ungleich mehr gelegen als an der Achtung und Liebe dessen, dem sie am Altare ein heiliges Versprechen that, an dessen Erfüllung sie nie im Ernste dachte. Ueberdieß mangelt es ihr an Allem, was einem Manne von Charakter ge­nügen könnte. Sie ist eine hübsche Puppe ohne Verstand, Kinder können wohl mit Puppen spielen, aber auch der Mann? Nein, so lange Earoline ihre Denkungs- art nicht von Grund aus ändert, so lange das ist