Henriette rieth nun ihrer Schwester, sich mehr gemeinnützige Kenntnisse zu erwerben, einige weibliche Kunstfertigkeiten zu erlernen, und dabei auch das Haus­haltungswesen zu studiren.

Caroline befolgte diesen Rath. Einige Lehrer unterrichteten sie in verschiedenen Wissenschaften; auch lernte sie stricken, nähen, sticken, etwas Musik und Zeich­nen, und half ihrer Schwester bei den häuslichen Ge­schäften derselben.

Diese Beschäftigungen gewährten Carolinen eine» Genuß, der ihr bis dahin unbekannt geblieben war. Sie fing an, ihnen diel Geschmack abzugewinnen, und wun­derte sich, wie es ihr einst möglich gewesen war, ihre schöne Zeit zu vertändeln.

Sobald der Mensch von irgend einer ernsthaften, nützlichen Arbeit angezogen wird, so hat dieß auch einen merklichen Einfluß auf seine sittliche Denkungsart; er wird besonnener, ordnungsliebender und besser. Das war auch bei Carolinen der Fall. Ihr Wesen änderte sich mit einem Male. Sie wurde gesetzter, geduldiger, bescheide­ner, sie wurde, mit Einem Worte, besser. Henriette bemerkte mit Freuden diese Veränderung, und schrieb an

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und wirst geliebt! Deine Tage sind lauter schöne, heitere Tage

Liebe Schwester! versetzte die gerührte Henriette, ja, ich bin glücklich, sehr glücklich! Mit Dank gegen die Vorsehung erkenne ich es. Aber so glücklich kannst du auch noch werden. Es hängt ganz von dir ab.