fearoline lebte noch bei ihrer Schwester.
In der Gegend, in welcher der Oberforstmeister Langermann lebte, wohnte eine arme, unglückliche Familie, die von Henriette» reichlich unterstützt wurde. Um jene ganz aus ihrer Verlegenheit zu reißen, gab sie derselben den Rath, in einem schriftlichen Aufsätze ihre Lage zu schildern, und diesen Aufsatz wohlhabenden Menschenfreunden mitzutheilen. Henriette hoffte, daß mancher Reiche die Unglücklichen dann um so eher unterstützen werde.
Die Familie nahm den Vorschlag mit Freuden an, und bat Henri etten, sie möchte die Güte haben, jenen Aufsatz zu verfertigen. Henriette wies sie damit an Caroline, und diese verfaßte den Aufsatz, der ihr un- gemein gelang. Niemand las ihn ohne Rührung. Eine Abschrift davon kam auch nach Sonnenthal, und unter- andern auch in Holm er s Hände. Er wurde durch denselben so sehr gerührt, daß er der unglücklichen Familie sogleich fünfhundert Thaler zustellen, und sie um den Verfasser des Aufsatzes befragen ließ. Er erfuhr, daß
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Herrn von Holmer: „Ihre Gattin wird mit jedem Tage liebenswürdiger. Kommen Sie zu uns, sehen Sie jetzt Carolinen, und ich bin überzeugt, Sie werden für immer mit ihr ausgesöhnt sein."
So sehr diese Nachricht Holmer freute, so trug er doch Bedenken, Henriettens Einladung zu folgen, und jetzt schon seine Frau zu besuchen. Es verging ein halbes Jahr, und er erschien nicht; noch Eins, und

