116

Solche Ansichten hatte Lafford von dein mensch­lichen Leben, so verständig sprach er immer, und >vie er sprach, handelte er auch.

Antoinette ward, geleitet von so einem Vater ein verständiges, bescheidnes, tresstichcs Mädchen. Vil- lar lernte von ihr, thätig, zufrieden und froh sein. Ihr war daher sein Herz vorzüglich zugethan. Agathe, Antoinettens Mutter, besaß viele weibliche Sanst- muth. Die Tochter wurde ihr ähnlich, und Villar sagte oft: Antoinette hat von dem Vater ihren klaren Verstand, von der Mutter ihre Sanftmuth, von beiden ihre Tugend und Frömmigkeit geerbt.

Eine reiche Dame von Paris, die durch das südliche Frankreich reiste, hörte von Antoinettens Vorzügen, lud sie zu sich ein, und fragte sie, ob sie Lust hätte, mit ihr nach Paris zu reisen, und in ihrem Hause zu leben. Sie würde dort angemessene Beschäftigung bekommen, unv gut behandelt werden.

' Antoinette wollte vorerst ihre Aeltern um Rath fragen. Der Vater war Anfangs gegen die Annahme des Antrags; aber da die Pariser Dame ihn selbst besuchte, und ihn durch ihre Artigkeit für sich einnahm, willigte er darein, daß seine Tochter ihr Anerbieten annahm.

Ehe Antoinette nach Paris abreiste, führte sie der Vater aus einen nahen Hügel, von welchem man ein großes Stück Land übersehen konnte. Als beide hier an­kamen, machte der Vater Antoinetten auf die Schön­heiten der Natur aufmerksam. Die Tochter sah vor sich,