Sie habe, versicherte sie, den Kopfschmuck nicht m Handen gehabt; wohin er gekommen sei, wisse sie nicht. Wahrscheinlich würde man ihn bei der Wäscherin finden.
Es wurde sogleich zur Wäscherin geschickt. Diese betheuerte bei Gott, von den Diamanten nichts zu wissen, und spielte die Rolle einer Schuldlosen so gut, daß aller Verdacht von ihr auf Antoinetten fiel.
Der Schein zeugte ganz gegen das unschuldige Mädchen. Daher kommt es, sprach ihre Frau, daß sie so sehr aus meinem Hause eilte, daß sie in der letzten Zeit immer ängstlich that, so oft sie mit mir sprach, daß sie in Verlegenheit gerieth, als ich sie um die Diamanten befragte.
Antoinette vergoß bittre Thränen. Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit gingen ihr stets über Alles. Diese in Zweifel ziehen, hieß, sie aus das empfindlichste kränken, ihr Alles nehmen, worauf sie den größten Werth legte, was sie mit gewissenhafter Sorgfalt pflegte und zu bewahren suchte.
Weder Thränen noch Betheuerungen wirkten auf Antoinettens Gebieterin. Sie machte die Sache bei oem Gerichte anhängig, und Antoinette mußte in das Gefängniß. Ihr Herz war zerrissen, ihr Inneres von Schmerz erfüllt; weinend rang sie die Hände, laut klagte sie dem Himmel den Verlust ihres guten Namens. Als
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ihr Haus nicht eher verlassen dürfe, bis sie die Diamanten herbeigeschafft hätte.
Das tief gekränkte Mädchen betheuerte ihre Unschuld.

