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Die Wäscherin erschrak bei den letzten Worten so sehr, daß sie von ihrem Sitze aufsprang, und unter dem Verwände, daß ihr übel geworden sei, nach Hause eilte.

Das Gewissen! das Gewissen! rief sie hier aus. Ach, es ist auch bei mir erwacht! es wird mich tödten, wenn ich nicht bald Erleichterung finde!

Endlich wurde das über Antoinette gefällte To­desurtheil bekannt. Die Wäscherin erschrak, als sie da­von hörte. Der Gedanke, daß sie die Ursache von An­te ine ttens Tode sei, erschütterte ihr Innerstes. Nir­gends fand sie Trost, nirgends Beruhigung. In der letz­ten Nacht, die Antoinette noch zu leben hatte, befand sich die Wäscherin in dem schrecklichsten Zustande. Sie schlunimerte ein, aber die schmerzlichsten Träume ängstig­ten ihre Seele. Es träumte ihr, als sähe sie Antoi- netten unter den Händen des Henkers bluten, bald da­rauf aber als eine Verklärte vor dem Throne des Höch­sten, der die Urheberin ihres Todes zu ewigen Leiden in dem Pfuhl der Hölle verdammte.

Sie sprang aus dem Bette, lief wie wahnsinnig im Zimmer umher, und jammerte. Zufälligerweise erblickte sie sich in dem Spiegel, und erschrak über sich selbst. Alle Glieder zitterten; sie sank an einem Stuhle nieder, und wollte beten; aber ihr Herz konnte sich nicht erheben zu Dem, der über den Sternen wohnt, und nach Gerech­tigkeit richtet. Endlich schlief sie wieder ein.

Die letzte Stunde für Antoinette hatte geschla­gen. Tausende von Zuschauern strömten nach dem Richt- Theone. l. Bd. 9