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platze. Die Nerurlheilte, die sich weiß angekleidet hatte, wurde aus dem Gefängnisse abgeholt, und nach der Richt» statte geführt. Ein Schwärm neugieriger Menschen be­gleitete sie. Sie schlug die Augen nieder. Unschuld und tiefe Wehmuth lag auf ihrem blassen Angesichte. Von ihren Wangen stürzten Thränen. Jedermann, der die Unschuldige ansah, wurde gerührt. Viele weinten.

Der Richtplatz war erreicht. Antvinette betete mit dem Geistlichen, der ihr zum Begleiter gegeben wor­den war. Schon wollte sie das Blutgerüst besteigen, als ein Mann, händeringend und schreiend, sich durch den Haufen von Zuschauern drängte, und in Antoinettens Nähe fast bewußtlos niedersank. Einige von den Um­stehenden hoben ihn auf, und hielten ihn in ihren Ar­men. Als Antvinette ihn erblickte, that fie einen Schrei. Mein Vater! rief sie, mein Vater! ich sterbe unschuldig!

Das umstehende Volk ward durch diese Scene heftig erschüttert. Lafsord, Antoinettens Vater, ward umringt, und mit inniger Theilnahme betrachtet. Die unglückliche Tochter sah jammernd gen Himmel. O du, der du gerecht richtest, rief sie aus, erbarme dich meines Vaters, erbarme dich meiner!

Der Geistliche forderte sie in einem sanften Tone auf, ihre Gefühle zu mäßigen, und in ihrer letzten Stunde Dem zu vertrauen, vor dessen Angesicht sie nun bald tre­ten werde. Sie sank auf ihre Kniee, und bat ihn, mit ihr zu beten. Er that dieß. Seine Worte rührten ihr