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sei. Er eilte zu ihr; sie erkannte ihn nicht. Welch' Entzücken, als er sich ihr zu erkennen gab! Sie vergoß Frcudenthränen. Weinend erzählte sie ihm von den schlechten Umständen der Aeltern, und der großen Verlegenheit, in welcher sie in Rücksicht ihrer Wohnung schwebten. Der reiche Sohn freute sich herzlich, daß er im Stande war, dem Elende seines Vaters ein Ende zu machen, und ihm aus aller Verlegenheit zu helfen. Sophie wollte den Bruder sogleich zu den Aeltern begleiten, er aber bat sie, dieses nicht zu thun, weil dadurch sein Ueber- raschungsplan leicht vereitelt werden könnte. Ich werde mich, sprach er zu der Schwester, für die künftige Nacht bei den Aeltern einquartieren, und mich ihnen heute noch nicht zu erkennen geben, dieß soll erst morgen geschehen; dann komme auch du, liebe Sophie, nach Linsenau; bei deinem Eintritte in das Zimmer sollen die Aeltern erfahren, daß ich ihr Sohn bin.
So Phie that nur ungern auf das Vergnügen Verzicht, ihren Bruder sogleich zu begleiten. Sie wußte sich bei dem Gedanken an den kommenden Tag vor Freude nicht zu fassen. Brüderlich drückte ihr Johann Her- zing die Hand, und schied von ihr, gerade, als die Sonne sich zum Untergänge neigte. Er näherte sich bei milder Abenddämmerung seinem Geburtsorte. Stille Freude senkte sich in sein Herz. Die ersten hier zugebrachten Jahre des Lebens schwebten freundlich vor seiner Seele. Ach, ewig unvergeßlich sind uns die Fluren der Heimath, auf welchen wir die erste Luft einathmcten,

