Und was soll ich von dcr Freude derer sage», die in den aufblühenden Jünglingen und Mädchen Söhne und Töchter erblicken, die sie die ihrigen nennen? O die Freude läßt sich besser fühlen als beschreiben, die ihr, redlichen Väter und Mütter, bei dem Anblicke eurer aufblühenden und heranreifenden Kinder genießet! Ach, daß dcr Genuß dieser reinen, seligen Freude euch durch nichts, durch nichts getrübt werde, daß ihr immer mit Wohlgefallen Hinblicken möget auf die, die euch ihr Leben verdanken, und das Bild eines heitern Frühlings an sich tragen!
Freuet euch, freuet euch, ihr, die ihr in der.Blüthe eures Lebens stehet, ihr lieben, hoffnungsvollen Söhne und Töchter! Es ist erlaubt, mit frohem Sinn seine Tage zu genießen; denn Tugend und Freude sind innig verwandt; es knüpfet sie beide ein himmlisches Band! Aber nur jene reinere, edlere Freude, die bloß der Weise und Tugendhafte kennt, die aber ewig unbekannt bleibt dem leichtsinnigen Thoren, der ohne höhere Empfindung in irdischen Genüssen schwelgt. Knaben und Mädchen, Jünglinge und Jungfrauen, machet, daß sich über eure Freude auch die freuen, an die euch Bande dcr Natur, der Liebe, Ehrfurcht und Dankbarkeit ketten! daß eure theuren Väter und Mütter, eure Lehrer, Erzieher, Vorgesetzten und Wohlthäter mit Wohlgefallen auf euch und euer aufblühendes Wesen hinsehen! Und so wie der Frühling ein ernsteres Ansehen annimmt, wenn er sich seinem Ende nähert, so müsse auch euer Geist und Herz,

