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Tage des Frühlings nicht zum Säen und Pflanzen benutzt, lässet die beste Zeit ungenutzt verstreichen, und muß im Sommer und Herbste auf eine lohnende Ernte Verzicht thun. Wer im Frühlinge die Gewächse, Pflanzen, Blumen und Bäume nicht sorgfältig genug pflegt, muß es sich gefallen lassen, daß sie welken und verdorren, daß schädliche Insekten und Würmer sie beschädigen und vernichten. Welch' ein Sommer und Herbst wartet dagegen dessen, der von Allem das Gegentheil thut! Ist nicht auch in dieser Hinsicht der Frühling ein treffendes Bild der Jugend? In dieser entwickeln sich die Kräfte des Menschen am leichtesten; sie ist die beste Zeit, den Verstand auszubilven, und ihn mit nützlichen Kenntnissen zu bereichern, sich Einsichten und Fertigkeiten zu erwerben, das Gefühl für das Schickliche, Schöne und Erhabene zu verfeinern, und das Herz zu veredeln. Lasset, ihr jungen Söhne und Töchter, lasset diese Zeit ungenützt verstreichen, und die beste, glücklichste Zeit für eure Ausbildung ist dahin. Ach, dieß fühlen so viele Erwachsene und Alte, die entweder keine Gelegenheit hatten, sich auszubilden, oder diese Gelegenheit nicht gehörig benutzten; sie fühlen es tief, daß ihre schönste Zeit verstrichen ist, und daß es nun zu spät sei, in Kenntnissen und Wissenschaften schnelle und glückliche Fortschritte zu machen. Welch' ein Sommer, welch' ein Herbst wartet euer, wenn ihr den Frühling nicht weise benützet! Unnütze Mitglieder der menschlichen Gesellschaft werdet ihr sein, die reinsten, schönsten Freuden, die den Gebildeten Throne. I. Bd. 12

