III. Knollen- und Zwiebelgewächse.
1. Erdmandel oder „Chufa" 1 ), Cyperus esculentus L. (Cy per a ceae).
Ein ansehnliches Gras von etwa 1 / 2 — 2 /-a m Höhe mit scharf dreikantigem Stengel, zahlreichen Faserwurzeln und einer meist sehr großen Anzahl gegliederter, unterirdischer Ausläufer, welche an ihren Enden Zwiebeln tragen. Die letzteren entwickeln sich in der nächsten Vegetationsperiode zu selbständigen Pflanzen, nachdem sie sich durch Einschnürung des letzten Stengelgliedes des Ausläufers von demselben getrennt haben.
Die Blüten, deren Deckschuppen leicht abfallen, stehen in Aehr- chen, welche je eine deutlich geflügelte Achse haben und zu einem lockeren, doldigen Blütenstande vereinigt sind. Derselbe wird von einer meist 5-blätterigen Hülle umgeben, deren Blätter successive kleiner werden, deren unterstes und zugleich äußerstes Hüllblatt aber das. größte ist.
Verbreitung. Die Pflanze ist fast in ganz Afrika einheimisch und tritt z. B. am Kilima Ndjaro als lästiges Unkraut in frisch gerodeten Feldern auf. Außerdem findet sie sich in Ostindien, Nord- und Südamerika und auf den Galopagos-Inseln.
Verwertung und Kultur. Die Zwiebeln, welche etwa die Größe einer Haselnuß besitzen, enthalten ungefähr 28 % Stärke^ 20% Oel, 14% zuckerhaltige Substanzen, 7% Gummi. Sie besitzen einen ausgezeichneten, mandelartigen Geschmack und werden daher vielfach in den Handel gebracht; das Oel ist seines vortrefflichen Geschmackes wegen als Speiseöl sehr geschätzt. Die gerösteten Zwiebeln werden als Kaffeesurrogat benutzt. Im Herero-Lande bilden diese Zwiebeln eines der wichtigeren Nahrungsmittel und erfahren die verschiedensten Zubereitungen, auch roh werden sie vielfach gegessen. Daher wird die Pflanze daselbst, namentlich um Otjimbingwe, in großen
1) Engl. Chefa oder Earth Almond, Tiger oder Bush Nut.

