IV. Essbare Früchte und Gemüse.

1. P i s a n g oder Banane, Musa paradisiaca L. (Musaceae).

Eine mitunter baumartige, etwa 410 m hohe, aufrechte, durch ein sehr kräftiges Rhizom perennierende Staude, mit sehr großen Blättern, deren verhältnismäßig kurze Blattstiele riesige, längliche resp. elliptische Blattflächen tragen, welche in ihrer ausgiebigsten Ent­wicklung mitunter 4 m Länge und eine Breite von 5070 cm er­reichen, in der Regel aber doch ca. 3 m lang werden. Aus den langen, zusammengerollten und einander dicht umschließenden Blatt­scheiden wird ein mächtiger Scheinstamm gebildet, während die wirklich oberirdische Stammentwickelung nur bis zur Knollenform sich erhebt. Aus derselben geht aber der Blütenstand hervor, der etwa 3 Monate nach der Anlage im Innern der von den Blattscheiden gebildeten Röhre infolge der Streckung des Blüten Schaftes emporwächst und schließlich eine über die Scheiden der obersten Blätter weit her­vorragende, terminale Blütentraube bildet.

Die Blüten stehen büschelartig in den Achseln großer, lederiger, oft rötlich gefärbter, scheidenförmiger Bracteen und sind (durch Fehl­schlagen) eingeschlechtlich. Die Blüten der oberen Scheiden sind männ­lich und fallen mit dem Verblühen ab, während der Achsenteil, an welchem sie inseriert waren, erhalten bleibt und später auch über den reifen Fruchtstand noch weit hinausragt (Fig. 37). Die Blüten der 68 unteren Scheiden sind weiblich und entwickeln Früchte. Die Frucht ist eine 34-kantige, nicht aufspringende, 3-fächerige, längliche Beere von der Form einer Gurke, mit zahlreichen Samen, welche jedoch bei den meisten Kulturformen nicht zur Entwickelung gelangen.

Das Rhizom ist durch die reichliche Entwickelung von Seiten­sprossen, Schößlingen, ausgezeichnet, welche anderen Arten der Gattung Musa, wie z. B. Musa Ensete Gmel., fehlen, aber für die Verbreitung und Kultur der Banane von großer Bedeutung sind. Da nun aber der Schaft nach der Bildung der Früchte allmählich abstirbt, keimfähige Samen aber nicht entwickelt werden, so beruht die Erhaltung und Vermehrung der Art allein auf der Thätigkeit des Rhizoms resp. dessen

Sadebeck, Kulturgewächse d. deutschen Kolonien. 6