VI. Gewürze.

1. Vanille, Vanilla planifolia Andr. (Orchidaceae).

Die Vanille ist eine Kletterpflanze und besitzt einen ausdauernden, meist viele Meter langen, aber nur etwa 1 cm dicken Stamm mit alternierenden, ansehnlichen, fleischigen Laubblätterh, an deren Basis je eine Luftwurzel entspringt. Die Blüten sind zu Trauben vereinigt, welche aus den oberen Blattachseln entwickelt werden; auch der Stamm schließt mit einer Blütentraube ab. Die einzelnen Blüten entspringen aus den Winkeln kleiner, grüner Deckblätter und werden von dem

stielartig verlängerten Fruchtknoten getragen; die langen, anfangs grünen, später gelblichen Früchte hängen in Büscheln herab.

Die 3 Kelch- und die 3 Blumenblätter sind, mit Ausnahme des zur Lippe ausgewachsenen Blumen­blattes, gleichgestaltet, die Ausbildung eines Sporns unterbleibt. Im übrigen ist der Bau der Blüte dem der Cephalanthereen am ähn­lichsten. Ein Außenkelch fehlt, die Lippe, welche an die Säule anwächst, umfaßt den oberen Teil derselben und endigt in eine breite, ungeteilte, aber etwas ge- franzte Platte, während die Säule weder verlängert noch geflügelt ist. Die Antheren sind endständig und deckel­artig, der Pollen pulverig, nicht verklebt. Der aus 3

Fig Zweig. Berg u

70. Vanilla planifolia Andr. Blühender 1 L nat. Gr. (Verkleinerungeines Bildes von . Schmidt.)