IX. Färb- und Gerbstoffe liefernde Pflanzen.
1. Orseille, Roccella Montagnei Bel. (Liehenes).
Die ostafrikanische Orseille-Flechte wächst in Mengen an der ganzen Küste, häufig in den Djungeln auf Mangrovebäumen; sie enthält den bekannten Farbstoff „Orseille" in ungefähr derselben Menge wie Roccella tinetoria DC, welche in Westafrika, Amerika u. s. w. nicht selten ist, aber nur an Felsen gefunden wird.
Behufs der Farbstoffgewinnung wird die mehr oder weniger zerkleinerte Pflanze mit verdünnter Sodalösung behandelt resp. gekocht und darauf etwas (wenig) Ammoniak hinzugefügt.
Roccella Montagnei findet man in Ostafrika in zwei Varietäten, welche äußerlich leicht kenntlich sind, nämlich die fein flechtige, südliche Form „malelle majani" oder „maleile mrima", von Kismayu bis Mozambique, die geschätzteste Sorte, und die breit- flechtige, nördliche Form „malelle ja brawa" oder „malelle nene" (im Norden „dschehenna" genannt) von Kismayu bis Socotra; letztere ist die weniger geschätzte Sorte.
2. Indigo liefernde Pflanzen, Indigofera-Artm
(L e g u m i n o s a e).
Die Indigofera-Arten sind Sträucher, Halbsträucher und Kräuter mit paarig- oder unpaarig-gefiederten Blättern, welche mitunter mit kleinen und borstenförmigen Nebenblättchen versehen sind und ganzrandige ungestielte Fiederblättchen haben. Die Blüten sind rötlich resp. dunkelrosafarbig und stehen in achselständigen Aehren. Die Fahne bleibt oft noch lange nach dem Verblühen an der Blüte, während Schiffchen und Flügel sehr bald abfallen. Die Hülse ist länglich, oft etwas schneckenartig eingerollt und durch Querwände in Fächer geteilt, in welchen je ein Samen liegt.
Die für die Indigo-Gewinnung wichtigsten Arten sind:
Indigo fem tinetoria L., eine aufrechte Staude mit 4—5 Fiederpaaren an den Blättern und eirunden, unterseits kaum behaarten Fiederblättehen,

