XIII. Nutzhölzer.

Mit zahlreichen Zusätzen versehen von Dr. E. Gilg.

Bis jetzt ist die Zahl der Nutzhölzer, welche aus unseren deutschen Kolonien in den Handel gelangen, erst eine sehr geringe. Und doch sind unsere Kolonien, besonders Neu-Guinea, und vielleicht noch mehr Kamerun, unendlich reich an wertvollen Hölzern, die zweifellos den Handel reichlich lohnen würden. Es kann an dieser Stelle nicht an­gestrebt werden, alle Nutzhölzer unserer Kolonien aufzuführen. Dies würde viel zu weit führen. Auch ist ein Nutzholz nur dann über­haupt zu verwerten, wenn die Transportverhältnisse günstige sind, d. h. wenn das Holz ohne allzu große Kosten nach der Küste ge­schafft werden kann, was sich nur an Ort und Stelle feststellen läßt. Soviel aber beurteilt werden kann, liegen gerade in Kamerun die Verhältnisse außerordentlich günstig. Der Reichtum Kameruns an Ebenhölzern von Diospyros- Arten, an Rothölzern etc. ist geradezu er­staunlich. Dabei reichen diese Wälder bis an die Küste selbst heran, und die Hölzer könnten auch auf den zahlreichen Strömen mit Leich­tigkeit meerwärts geflößt werden.

Aber auch Ostafrika ist sehr reich an wertvollen Hölzern. Doch liegen hier die Transportverhältnisse viel ungünstiger als in Kamerun, da der Wald fast nur auf die wenigen Inseln der Bergländer be­schränkt ist und diese der Küste meist ziemlich fern liegen. Auch kann nicht genug davor gewarnt werden, in Ostafrika viele Bäume zu schlagen, da das ungeheuere Gebiet infolge Waldmangels schon jetzt fast durchweg Steppencharakter besitzt.

Daß aus Neu-Guinea schon Hölzer in den Handel gelangen, ist bekannt. Doch scheinen es auch hier nur wenige Arten zu sein, welche geschlagen werden, obgleich ihr Holz trotz der hohen Trans­portkosten sehr gerne gekauft wird.

Im folgenden werden zuerst die Nutzhölzer besprochen werden, welche jetzt schon in den Welthandel gelangen, dann diejenigen, welche sehr wahrscheinlich das Schlagen lohnen würden, zum Schlüsse end­lich solche, welche in anderen Ländern in Kultur genommen werden und dies vielleicht auch in unseren Kolonien verdienten.