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III. Kapitel.

pflanzen von Wurzelstöcken resp. Teilen derselben. Man wählt hierfür möglichst feuchte Stellen und bringt die Wurzelstöcke, wenn möglich, in schlammige Erde. Nach der ersten Knollenentwickelung resp. nach der ersten Ernte der Knollen tritt die Pflanze in ein Ruhe- stadium, während dessen auch die Blätter absterben. Mit der darauf folgenden Regenzeit beginnt dann eine neue Entwicklung, welcher nach der Ernte wieder eine Ruheperiode folgt; aber mit der dritten Ernte wird die Knollenbildung schon geringer, und man schreitet dann meistens zu einer Neupflanzung.

5. Maniok oder Cassave, Manihot ntilissima Pohl. (Euphorbiaceae.)

Die hier in Betracht zu ziehenden Arten der Gattung Manihot sind aufrechte, monöcische Kräuter oder Sträucher, mit großen, alter­nierenden, gestielten und handförmig gelappten oder geteilten Blättern.

Die Wurzeln sind fleischig, länglich und knollenartig; sie erreichen oft eine bedeutendere Größe und Dicke als Mohrrüben und gelangen an einer Pflanze meist in großer Anzahl und in ununterbrochener Aufeinanderfolge mehrere Monate lang zur Entwickelung.

Die Blüten sind ziemlich groß und traubig angeordnet, stehen aber nur einzeln an jeder Bractee; die Blütenstände sind terminal oder den oberen Blattachseln inseriert, die männlichen Blüten sind kurz gestielt, die weiblichen Blüten 13mal länger gestielt. Die Frucht ist eine Kapsel, welche bei der Reife in 2-klappige Kokken zerfällt. Die Samen sind eirund oder länglich, die Samenschale ist krustenartig, das Nähr­gewebe fleischig.

Verbreitung. Die Heimat der Maniok ist das tropische Amerika: die Pflanze wird aber jetzt im ganzen Tropengebiet, namentlich in den tieferen Lagen (seltener in gebirgigen Gegenden) fast überall gebaut.

Verwertung. Für die Nutzanwendung am wichtigsten sind die Wurzeln, welche außerordentlich stärkereich sind, indessen neben der Stärke einen Milchsaft enthalten, der infolge der Gegenwart von Blau­säure äußerst giftig ist, aber beim Trocknen, Kochen oder Rösten seine giftigen Eigenschaften verliert. Das nach dem Trocknen oder Erwärmen genießbar gemachte Stärkemehl wird meistCassave" genannt, während man das nach dem Erhitzen der feuchten Stärke gewonnene Produkt alsTapioca" bezeichnet. Die letztere gelangt vielfach in den europäischen Handel, woselbst sie namentlich in 3 Modifikationen, nämlich alsFlockentapioca, Graupentapioca und Perltapioca sehr verbreitet ist. Die Cassave wird von den Eingeborenen in den verschiedensten Formen genossen und bildet in den Tropen eines der wichtigsten Nahrungsmittel.